↬ newyorker.com: „Serial“ Season Two is here

Heute ist die erste Folge der zweiten Staffel von Serial erschienen. Sie handelt von Bowe Bergdahl, einem amerikanischen Soldaten, der in Afghanistan von den Taliban entführt und nach fünf Jahren Gefangenschaft von Barack Obama im Austausch gegen fünf Talibankämpfer befreit wurde.

Bergdahl sollte eigentlich als Held gefeiert werden, bis herauskam, dass er seinen Posten unerlaubt und freiwillig verlassen hatte. Seitdem wird Bergdahl als Verräter und Desterteur bezeichnet. Donald Trump sagte zu Bergdahls Fall, dass man Deserteure früher erschossen habe, aber heute gehe das ja leider nicht mehr.

In der ersten Staffel war die entscheidende Frage, ob Adnan Syed seine damalige Freundin Hae Min Lee umgebracht hat. Im Fall von Bergdahl sind die wichtigsten Fakten aber nicht umstritten – deshalb geht es in der zweiten Staffel um etwas anderes, schreibt Sarah Larson für den New Yorker:

The basic facts in the case of Bergdahl are known, and most parties involved agree on what they are. But what those facts mean, what Bergdahl actually experienced in the Army, his motivations for leaving his platoon, and the many terrible consequences of that decision are more complex, even existential.

Larson hat die Büros von Serial besucht und mit Sarah Koenig, der Moderatorin und Schöpferin des Podcasts über die zweite Staffel gesprochen:

What she wants from season two, Koenig said, is to use “Serial” to do something meaningful. “I do have that old-fashioned sense, as a reporter, that, I don’t know, we get to tell people shit! We get to disseminate information out into the world. I want to use that to make our democracy better. Honestly. I feel that way about my job. So we’re not going to say ‘Let’s do the most popular thing’ or ‘Let’s do the thing that’s going to feel like candy in your ears.’ You know what I mean? It’s just like, Let’s do shit that matters that we care about.”

Koenig said, “Maybe this is what we do on ‘This American Life’ or on ‘Serial,’ but I feel sympathetic toward everybody. I really do. Like, it is a fucking difficult, difficult thing that happened. It’s sad, it’s complicated, the stakes are really, really high for everybody. It’s just—that’s been interesting. I really didn’t have any feelings about this story before I started reporting on it. It wasn’t on my radar. And now I just feel like—my God. This is a tough one.”

Serial kooperiert für die zweite Staffel mit der Film-Produktionsfirma Page 1 von Mark Boal, der das Skript von „The Hurt Locker“ geschrieben hat. Er ist der einzige, dem Bergdahl seit seiner Rückkehr Interviews gegeben hat. Boal wollte einen Film aus Bergdahls Geschichte machen, deshalb hat er 25 Stunden Interviewmaterial angehäuft, aus dem die Staffel Teile entnimmt und entlang derer sie erzählt.

Serial erinnert mich an Fargo: Nachdem man die Charaktere der ersten Staffel ins Herz geschlossen hat, wischt die Serie die Tafel sauber und fängt ganz anders mit etwas ganz neuem an. Aber wie bei Fargo hat Koenig mich schon bei der ersten Folge der zweiten Staffel wieder gepackt.